Für alteingesessene Schnieglinger heißt die Schule in Schniegling schon seit Jahr und Tag Wahlerschule. Für unsere Schüler und alle „Neubürger“ taucht immer wieder die Frage auf: Wie kommt die Schule zu diesem Namen?
Hier ist die Erklärung:
Das Schulgelände wird durch vier Straßen begrenzt. Eine davon heißt Wahlerstraße und eine zweite Holsteiner Straße. Früher war der Schuleingang in der Wahlerstraße und die Schüler der „Simultanschule Schniegling Schulhaus Wahlerstr. 23“ gingen in die bis zum Jahr 1973 als Wahlerschule bekannte Schule. In dieser Zeit änderte sich durch den Straßenbau und den Zugang zum Neubau die Hausnummer der Schule von Wahlerstraße 23 in Holsteiner Str. 2a.
Bis 1995 lautete der offizielle Schulname „VOLKSSCHULE Holsteiner Str. 2a (Grund- und Teilhauptschule)“. Benannt nach dem Haupteingang in der Holsteiner Straße. Seit 1995 darf sich laut Kultusministerbeschluss wieder jede Schule einen eigenen Namen geben. Bedingung war und ist, dass es der Name von einer bekannten, verstorbenen Persönlichkeit oder einer Örtlichkeit sein muss, zu dem der Ortsteil einen besonderen Bezug hat. So kam die Schule wieder auf den alten Schulnamen zurück.
Der Handelsherr Kommerzienrat Johann Andreas Wahler wurde 1753 in den Reichsadelsstand erhoben und nannte sich nun „von Atzelsberg und Oberbürg“.
Sein Sohn Johann Wolfgang von Wahler (1748-1797) kam 1770 durch Heirat mit Marie Magdalena von Dannreuther in den Besitz des Herrensitzes Brettergartenstr. 70, dem sogenannten Wahlerschloss. Es wurde die Sommerresidenz des reichen Kaufmanns.
Der Familienwohnsitz der Familie war in der Johannisstraße Nummer 18, schräg gegenüber eines heute noch zu besichtigenden Hesperidengartens. Die Schnieglinger waren sehr stolz auf die reiche Familie, die ihre Zeit so gerne im Wahlerschlösschen verbrachte. Sie benannten eine Straße in der Nähe nach dem angesehenen Handelsmann und die an dieser Straße gelegene Schule. Die Familie Wahler hatte das Schloss bis 1877 in ihrem Besitz. Ihre Familiengruft liegt auf dem Johannisfriedhof.
Später gehörte das Wahlerschloss einer Familie Ringler. 1913 ging das Anwesen in städtischen Besitz über und
wurde ab 1916 als landwirtschaftlicher Gutsbetrieb geführt.
Nach 1945 wurde das Haus als Wohnraum genutzt.
Es war im Krieg unzerstört geblieben und bot Flüchtlingsfamilien Schutz und Obdach.
1958 hatte man angefangen es zu renovieren. Die Außengebäude wurden im Lauf der Zeit abgerissen und neu gebaut (FiSch, Spielplatz). Ab 1974 war die Lebenshilfe e.V. Mieter und begann dort mit der Frühförderung von Kindern. Zeitweise war die Mütterberatungsstelle untergebracht. Seit 1987 bis heute sind sämtliche Räume vom integrativen Kindergarten „Regenbogen“ genützt. In den Nebengebäuden befinden sich Lagerräume der Straßenmeisterei und ein Steinmetzbetrieb.
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