Dienstag, 07. Februar 2012
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Historisches

Die Geschichte der Wahlerschule

Es ist die Geschichte eines Bauernschulhauses, erbaut als einklassige Landschule mit einem einzigen Schulzimmer für alle sieben Klassen, mit Lehrerwohnung und Gemeindekanzlei. Und auf dem Dachfirst ragte das Glockentürmchen.

Die eigentliche Geschichte beginnt 1622, in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Da soll es einen „Schulmeister“ in Schniegling gegeben haben. Quellen belegen, dass es hier in Schniegling einen Raum gab, in dem Kinder unterrichtet wurden. 1626 bewarb sich Schulmeister Sebastian Hausschwender auf eine Stelle in Burgfarnbach. Er gab an, der Rat habe ihn "vor dritthalb" (zweieinhalb) Jahren in Schniegling anfangen lassen.

Dort habe er seine „Behausung in Bestand gehabt“ und unterrichtete in einer selbst gemieteten Wohnung. Weil er „nicht das trocken Brot dabei verdienen kann“, wollte er aus Schniegling weggehen. 1625 hatten ihn Soldaten ausgeraubt und seine Bücher und Zeugnisse weggenommen. Ob es nachfolgende Schulmeister gab, ist nicht belegt. Möglicherweise ging die Schnieglinger Schule in den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges wieder ein.

Dank Napoleon, der die Schulpflicht einführte, begründeten Schnieglinger Bauern und Bürger 1806 das Gebäude Schnieglinger Straße 239, auch Schnieglinger Rathaus oder im Vollsmund "Bauernschulhaus" genannt.
Für die erste bis siebte Klasse der "Land- oder Werktagsschule" stand ein Klassenzimmer zur Verfügung. In einem zweiten Raum wurden Trauungen abgehalten und dem Gemeindeschreiber Geburten- und Sterbefälle gemeldet. Die Glocke des kleinen Türmchens läutete zu Schulbeginn und -schluss, bei Sterbefällen im Dorf und zum allabendlichen Gebet. Der Ort Schniegling bestand damals aus 27 Häusern mit 225 Einwohnern und bildete zusammen mit Doos und Muggenhof eine eigenständige Gemeinde.

Das Klassenzimmer im Bauernschulhaus war bis 1966 Ausweichraum für den Religions- und Handarbeitsunterricht. Das Gebäude wurde aber im Zuge der städtischen Straßenplanung 1969 abgerissen. Im Jahre 1872 entstand das heute noch genutzte Schulgebäude in der Wahlerstraße 23a, ein zweigeschossiger Sandsteinbau mit Uhrtürmchen.

1960/61 wurde dieser Bau mit Zentralheizung ausgestattet und die Hausmeisterwohnung im zweiten Stock renoviert. Heute ist die Lebenshilfe und zwei Klassen der Wahler-Grundschule hier zuhause. Und unser Hausmeisterehepaar wohnt im Dachgeschoss.
Im Jahr 1960 wurde der erste Erweiterungsbau an das alte Schulhaus, der Flachbau entlang der Holsteiner Straße angebaut.

Steigende Schülerzahlen machten einen weiteren Ausbau des Schulgeländes notwendig und am 8. März 1967 fand die Übergabe des zweigeschossigen Erweiterungsbaues, dem sogenannten Neubau statt. Hier sind noch weitere Klassenzimmer, Gruppenräume und Lehrerzimmer untergebracht. Und die Kinder können auch bei "schlechtem" Wetter trocken in der mit dem Neubau durch einen überdachten Pausenhof verbundenen Turnhalle ankommen.

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